Die Inhalte in diesem Abschnitt wurden in Zusammenarbeit mit Teach Us Consent entwickelt, einer Organisation, die Aufklärung leistet zum Thema „gegenseitiges Einverständnis“
Grenzen verstehen
Viele Menschen sprechen von Grenzen, aber was bedeuten sie eigentlich in der Praxis und warum sind sie wichtig?
Eine Grenze ist einfach eine Möglichkeit, deine Bedürfnisse zu kommunizieren – dir selbst gegenüber und gegenüber anderen. Sie definiert, womit du dich wohlfühlst, wie du behandelt werden möchtest und worauf du dich einlässt und worauf nicht. Sie sind keine Mauern. Sie geben dir die Möglichkeit, dich ehrlich zu verhalten und gleichzeitig auf dich selbst zu achten.
Gesunde Grenzen in einer neuen oder sich entwickelnden Beziehung können etwa so klingen:
- „Ich habe nur Sex mit Kondom.“
- „Ich möchte mit dir knutschen, aber weiter gehe ich im Moment nicht.“
- „Ich kann gerne mitkommen, muss aber um 21 Uhr gehen, da ich morgen früh aufstehen muss.“
- „Ich brauche etwas Abstand, um mich abzureagieren. Ich melde mich morgen wieder.“
Achte darauf, was diese Sätze gemeinsam haben: Es geht ausschließlich um deine Bedürfnisse und Entscheidungen, nicht darum, jemand anderem Regeln aufzuzwingen.
Grenzen zu setzen ist nicht immer einfach. Es kann Schuldgefühle auslösen, die Angst wecken, jemanden zu enttäuschen, oder die Sorge, alles durcheinanderzubringen. Aber deine Bedürfnisse ehrlich zu kommunizieren, schadet einer gesunden Beziehung nicht; es stärkt sie sogar.
Digitale Grenzen
Dein Standort, deine Messages und deine Passwörter sind privat, und du solltest dich niemals unter Druck gesetzt fühlen, sie als Zeichen des Vertrauens oder der Verbundenheit preiszugeben. Gesunde digitale Grenzen können so klingen:
- „Mir ist nicht wohl dabei, meine Standortfreigabe eingeschaltet zu lassen, aber ich gebe dir Bescheid, wenn ich wieder zu Hause bin.“
- „Kannst du mir bitte die Videos von der Party gestern Abend zeigen, bevor du mich darin taggst?“
Digitale Grenzen können sich auch darauf beziehen, wie wir Bilder von anderen Menschen teilen. Es ist immer am besten, um Erlaubnis zu fragen, bevor du ein Foto von jemandem machst oder ein Bild von dieser Person in den sozialen Medien veröffentlichst. Das kann ganz einfach sein:
„Ich habe heute Abend ein tolles Foto von uns gemacht, ist es okay, wenn ich es poste?“
Nicht jedem ist wohl dabei, auf den Social-Media-Seiten anderer zu erscheinen; da nachzufragen zeugt von Respekt für die Privatsphäre und Selbstbestimmung der anderen.